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BARBARA


Barbara Sanders blickte durch ihre langen, halb geschlossenen Wimpern auf
Norberts muskulösen Oberkörper. Ihr Kopf ruhte etwas erhöht auf einem weichen
Kissen. Norbert kniete breitbeinig auf dem französischen Bett und streichelte
zart über die matt schimmernde Haut ihrer vollen Brüste.
Barbara tastete mit den Augen Norberts Körper ab. Er war von der Sonne
gebräunt. Sie sah auf seine schmalen Hüften und dann auf den Bauchnabel, um
den sich dunkle Haare kringelten, die aus seinem knappen Slip nach oben
wuchsen. Barbara schloß ihre Augen und entspannte sich. Sie hatte einen
schweren Arbeitstag hinter sich und genoß jetzt doppelt Norberts
Zärtlichkeiten.
Seine Hände fuhren streichelnd über ihren Körper, lockerten einige
verkrampfte Muskeln an ihrem Nacken, wanderten wieder hinunter zu den festen
Brüsten, deren Spitzen rosig in die Höhe standen. Dann glitten seine Finger
weiter zu ihren Schenkeln, strichen sanft über die zarte Haut an den
Innenseiten, schoben sich höher, verhielten kurz an Barbaras dünnen Slip aus
dunkelgrünem, fast durchsichtigem Nylon und streiften ihn hinunter. Zuerst
hob er ihr das eine und dann das andere Bein an. Schließlich legten sich
Norberts Hände Besitzergreifend um ihre Hüften.
Barbara öffnete ihre Schenkel und stellte verdutzt fest, daß sie die ganze
Zeit über an etwas anderes gedacht hatte.

An diesem Nachmittag war sie auf der Heimfahrt zu ihrer Junggesellenwohnung
bei einer am Vortag aus der Klinik entlassenen Patientin vorbeigefahren.
Barbara wollte ihr den kostbaren Ring zurückbringen, den eine Schwester beim
Aufräumen des Krankenzimmers unter dem Bett gefunden hatte. Sie mußte in dem
vornehmen Villenviertel, in dem die entlassene Patientin wohnte, erst einige
Zeit nach der Hausnummer suchen. Dann aber hatte Barbara Sanders,
Assistenzärztin in einer Schönheitsklinik, Glück.
Endlich hatte sie doch die ihr bezeichnete Villa gefunden. Gerade wollte dort
ihren kleinen Wagen in eine Parklücke steuern, als sie von einem anderen Auto
abgedrängt wurde. Wütend kurbelte Barbara das Seitenfenster ihres Wagens
herunter; der Fahrer des anderen Autos aber beachtete sie nicht einmal.
Seelenruhig stellte er den Motor seines Sportwagens ab und hievte seine
langen Beine aus dem niedrigen Gefährt. Anschließend grinste er Barbara
herausfordernd an, so, als ob er auch noch ein Lob für sein Verhalten
verdient hätte. Verärgert trat Barbara auf das Gaspedal und suchte nach einem
anderen Parkplatz. Sie drehte in dem vornehmen Viertel eine Runde und stellte
ihren Wagen dann schließlich in der nächsten Seitenstraße ab.
Wütend stapfte sie durch die von alten Kastanienbäumen gefallenen Blätter,
die jetzt vom Nieselregen, der unaufhörlich niederging, schmutzig auf dem
Gehweg klebten.
Als sie endlich an der Eichenholztür, die die Wohlhabenheit der
Wohnungsinhaberin verriet, stand und läutete, war sie selber klitschnaß. Sie
mußte warten und begann zu frösteln. Sie sehnte sich nach einem warmen Bad in
der Wanne daheim und verfluchte insgeheim die vergeßliche Patientin, die den
Verlust ihres Ringes wahrscheinlich noch gar nicht bemerkt hatte. Barbara
drückte noch einmal auf den bronzenen Klingelknopf, der drinnen ein dezentes
Westminster Glockenspiel auslöste. Es blieb weiter still. Sie hörte keine
Schritte in der Diele und war daher überrascht, als plötzlich dennoch die Tür
geöffnet wurde.
“Na, Sie haben es ja trotzdem geschafft!”
Es war der junge Sportwagenfahrer von vorhin, der jetzt grinsend in der Tür
stand. Barbara war der Verdacht gekommen, er hätte schon die ganze Zeit
dahinter gestanden und sie beobachtet.
“Wir kaufen aber nichts an der Tür”, meinte der junge Mann sehr von oben
herab.
Barbara biß die Zähne zusammen und rang nach Luft. “Dieser widerliche,
arrogante Kerl!” schrie es in ihr.
“Ich möchte zu Frau Maquard”, stieß sie hervor. Der Ring war in ein
Papiertaschentuch eingewickelt. Es hätte nicht viel gefehlt und sie würde ihn
aus der Handtasche geholt und dem jungen Mann in das frech grinsende Gesicht
geworfen haben. Sie hatte richtig vermutet, daß der Junior vor ihr stand.
“Zu meiner Mutter wollen Sie?”
Er öffnete die Tür weiter und machte eine einladende Bewegung mit der Hand.
Barbara trat in die kostbar eingerichtete Diele. Dieser Raum glich fast schon
einer Halle. Dicke Perserbrücken lagen auf dem Parkett und kündeten laut von
dem Überfluß, in dem man hier lebte.
“Von welcher Sekte kommen Sie denn?”
Barbara musterte ihn jetzt von oben bis unten. Eine viel zu große
Flanelljacke schlotterte um seine Schultern, die langen Beine steckten in
speckigen Cordjeans.
“Ich bin Doktor Sanders”, erwiderte Barbara bestimmt, “wenn Sie jetzt die
Freundlichkeit hätten und Ihre Frau Mutter rufen würden, wäre ich Ihnen
dankbar.”
Aber die Bemühungen des jungen Herrn waren nicht mehr nötig. Die Dame des
Hauses hatte die Stimmen in der Halle vernommen und erschien jetzt auf der
Treppe. Als sie Barbara erkannte, erhellte sich ihr Gesicht, das seltsam
unpersönlich wirkte. Offensichtlich war das durch häufige Korrekturen und
Hautspannungen verursacht. “Sie könnte alles sein”, dachte Barbara bei sich,
“Teenager oder Greisin.” Sie kramte in ihrer Handtasche und fand das kleine
Päckchen.
“Liebe Frau Doktor!” rief Madame noch auf der Treppe und schwebte herab, “ich
freue mich ja so, daß Sie einmal vorbeischauen!”
Jetzt war sie am Fuß der Treppe angelangt. Sie begrüßten sich. Barbara
fragte, ob sie nichts vermisse. Madame überlegte.
“Ich wüßte nicht. Das Mädchen hat die Sachen, die ich in der Klinik bei mir
hatte, ausgepackt und fortgeräumt. Haben Sie denn noch etwas gefunden?”
Barbara öffnete das Papiertaschentuch und hielt Frau Maquard den glitzernden
Ring entgegen.
“Ja”, meinte Madame und griff nach dem goldenen Reif, “der gehört mir!” Sie
machte eine Pause und schüttelte den Kopf. “Es ist aber wirklich kein Verlaß
mehr auf das Personal.”
Barbara räusperte sich. “Dann kann ich jetzt ja beruhigt gehen.” Sie haben
Ihren Ring wieder und somit hat sich alles aufgeklärt.”
Frau Maquard sah auf und besann sich. “Ach, bleiben sie doch noch wenigstens
auf eine Tasse Tee, bevor Sie wieder gehen”, meinte sie, “dabei können Sie
mir auch sagen, womit ich Ihnen vielleicht eine kleine Freude machen kann.”
Barbara wußte nicht recht, ob sie bleiben sollte. Eine Tasse Tee allerdings
würde ihr gut tun.
“Das ist übrigens mein Sohn Michael!”
“Ich hatte bereits das Vergnügen”, entgegnete Barbara eisig. Dabei entschloß
sie sich, nun doch so schnell wie möglich zu gehen.
“Sie sind sehr liebenswürdig”, lehnte sie Madames Angebot ab, “aber ich
möchte Ihnen keine Mühe machen. Außerdem steht mein Wagen dank der
freundlichen Hilfe Ihres Herrn Sohnes im Parkverbot”, log sie, “wenn ich mich
jetzt aber beeile, komme ich vielleicht noch um einen Strafzettel herum.”
Madame zog die Augenbrauen hoch.
“Sie ist mir böse, weil ich sie für eine Sektenschwester hielt”, freute sich
der junge Mann.
“Michael, auf der Stelle entschuldigst du dich!” fuhr ihm Madame über den
Mund.
“Wofür?” fragte er trotzig zurück. Barbara war es peinlich, nun auch noch
diese Auseinandersetzung miterleben zu müssen.
“Es ist schon gut”, erklärte sie und wandte sich der Tür zu. Madame folgte
ihr. “Ich bin untröstlich, daß Sie wegen dieser kleinen Entgleisung schon
wieder gehen wollen.”
Barbara verabschiedete sich.
Als die schwere Eichentür hinter ihr ins Schloß fiel, atmete sie erst einmal
tief durch. Dann spürte sie den feinen Nieselregen wieder im Gesicht; mit
einem Mal war ihr ganzer Ärger verflogen. Jetzt verzieh sie sogar Madames
Sohn die Frechheiten, ja sie versuchte, ihn zu verstehen.
Barbara steckte den Schlüssel in das Schloß der Wagentür, als sich hinter ihr
Schritte näherten. Sie drehte ihren Kopf etwas zur Seite und sah direkt in
das Gesicht von Michael Maquard. Er war noch ein paar Schritte entfernt und
kam jetzt atemlos näher.
Barbara blieb an der Autotür stehen und rührte sich nicht. Sie sah dem jungen
Mann entgegen, sah, wie er vor ihrem Wagen stehen blieb, so, als wollte er
sie nicht fortfahren lassen, und merkte, wie sein vom schnellen Laufen
erregter Atem langsam wieder ruhiger wurde. Michael sah unbeweglich in
Barbaras Gesicht. Seine Lippen öffneten sich, als ob er etwas sagen wollte,
aber es blieb still. Der Wind zerzauste seine Haare. Noch immer aber ruhten
seine Blicke andächtig auf Barbaras Gesicht.
“Wie schön Sie sind”, kam es schließlich leise von seinen Lippen. Es war
aber, als würde er diese Worte mehr zu sich selber sprechen.
“Ich möchte mich bei Ihnen für vorhin entschuldigen”, fuhr er nach einer
Weile leise fort, “und Ihnen eine Freude machen. Bitte”, fügte er rasch hinzu
und sah jetzt wie ein kleiner Junge aus, “sagen Sie nicht nein! Ich weiß, Sie
halten mich für einen reichen, ungezogenen Flegel, der seine Zeit damit
verbringt, an anderen Menschen seine Launen auszulassen. Aber ich bitte Sie:
geben Sie mir eine Chance, lassen Sie mich Ihnen das Gegenteil beweisen!”
Barbara lächelte und zog Norbert an den Haaren zu sich herab. “Küß mich!” bat
sie und streichelte seinen Hinterkopf. Norbert fuhr mit den Lippen über ihre
heiß glühenden Wangen und berührte Barbaras Mund.
Ihre Zungen verschlangen sich zu einem wilden Tanz.
Barbara spürte, wie die heißen Wellen aus ihrem Schoß sich über ihren ganzen
Körper ausbreiteten. Sie hatte die Augen noch immer geschlossen und sah
innerlich das junge Gesicht Michael Maquards vor sich.
Norbert hatte seine Hände um Barbaras Hüften gelegt. Sein Blick fiel auf das
goldene Dreieck in ihrem Schoß. Es reizte ihn, das von ihm geliebte Land zu
erforschen. Er fuhr mit dem Zeigefinger durch den goldgelockten Haarwald und
fand den süßen Kitzler, der gleich einem Gnom den Eingang zu ihrer kostbaren
Liebesgrotte bewachte. Norbert streichelte ihn zart mit zwei Fingern und
merkte, wie der kesse kleine Zwerg immer mehr anschwoll. Es schien ihm zu
gefallen, denn Barbaras Liebeshöhle öffnete sich vor seinen Augen, als hätte
er ein Zauberwort gesprochen.
Er streichelte weiter den kleinen Mann, der da zwischen den Hügeln stand, und
beobachtete kleine glitzernde Tropfen an Barbaras Lustnest, die gleich
Morgentau auf Gräsern an den goldenen Haaren ihrer Scham funkelten. Mit einer
Hand befreite Norbert seinen prall geschwollenen Liebesstab von dem
einengenden Slip. Hart wippte er in die Höhe. Es schien, als würde er noch
größer werden.
Barbara hatte ihre weichen, freudeschenkenden Schenkel weit geöffnet. Ihr
Kleinod lag direkt vor ihm. Als Norbert seinen Liebesspeer jetzt hinein
schob, begann Barbara zu lächeln.
“Sie sieht aus wie ein Engel”, dachte er und brachte sich in die richtige
Lage. Ihr langes, honigfarbenes Haar umrahmte offen ihr blasses,
feingeschnittenes Gesicht, das auf der kostbaren Spitze des Kopfkissens noch
zarter und schutzbedürftiger wirkte.
Sie kannten sich schon mehrere Jahre. Norbert spürte das Drängen in seinem
Herzen immer stärker, Barbara ganz zu seiner Frau zu machen. Er war in dem
Alter, in dem sich ein Mann einen Stammhalter wünscht, eine Familie haben
will. Bei Barbara war er mit solchen Zukunftsplänen immer auf Ablehnung
gestoßen. Früher hieß es, sie hätte zunächst ihr Studium zu beenden. Das
hatte Norbert verstanden. Jetzt aber war das Studium längste abgeschlossen.
Soweit es Norbert übersehen konnte, stand einer Heirat nichts mehr im Wege.
Er schob sein erigiertes Glied ganz tief in Barbaras Scheide. Die junge
Ärztin lag still auf dem Rücken und bewegte sich nicht. Um ihre sinnlichen
Lippen spielte ein kleines Lächeln. Als Norbert über ihr mit seinen
langsamen, stetigen Auf- und Abwärtsbewegungen begann, löste sich ein kleiner
Schrei des Entzückens von ihren Lippen.
Sie legte die Hände um seine Hüften, die jetzt rhythmisch vor- und
zurückzuckten, und preßte sich gegen Norberts männlichen Körper. Barbara
stöhnte leise vor sich hin; aber sie lächelte immer noch. Ihre roten Lippen
leuchteten in dem halbdunklen Zimmer, bedeckten halb ihre matt schimmernden,
perlengleichen Zähne.
Ihre Finger fuhren erregt über Norberts Hüften, wanderten einmal nach vorn,
wo sein praller Phallus aus dichten, schwarzen Schamhaaren hervorwuchs und in
ihren Schoß stieß. Sie drückte sich dagegen und zog mit den Fingern die tiefe
Kluft in ihrem Venusberg noch weiter auseinander. Beglückt jubelte sie auf,
als sie fühlte, wie sich Norberts Liebeslanze noch tiefer in sie bohrte.
Barbara fuhr ihrem Partner durch die Haare, die ihm verschwitzt auf der Stirn
klebten, und zog seinen Kopf herunter.
“Küß mich”, bat sie. Als sich Norberts Lippen auf ihre legten, wurde ihr an
dieser ihr vertrauten Art zu küssen, erst wieder bewußt, mit wem sie wirklich
im Bett lag. Sie hatte sich die ganze Zeit über vorgestellt, mit Michael
Maquard zusammenzusein.
Sie wußte keine vernünftige Erklärung dafür. Sie hatte zwar beim Abschied,
als sie in ihren Wagen stieg, vereinbart, irgendwann einmal gemeinsam
ausgehen zu wollen. Mehr aber nicht. Morgen wollte er anrufen und ihr, wie
verabredet, sagen, ob er noch Karten für ein Konzert ihres Lieblingssängers
bekommen hätte.
Barbara konzentrierte sich wieder auf Norbert. Er war mit seine Bewegungen
etwas langsamer geworden. Sie wußte, daß er jetzt kurz vor dem Orgasmus war.
Er versuchte, ihn hinauszuzögern, damit sie, die etwas länger brauchte, um
zum Höhepunkt zu kommen, auch die Erfüllung erlangen würde.
Barbara stimulierte ihre Klitoris mit den Fingerspitzen. Sanft fuhr sie
darüber hinweg und streichelte sie zart. Sie versuchte, sich ganz auf das
warme, angenehme Gefühl, das ihr Norberts pumpendes Glied bereitete,
einzustellen.
Aber ihre Gedanken schweiften wieder ab. Sie sah sich auf der nassen Straße
Michael Maquard gegenüber. Sie stellte sich vor, daß er sie küssen würde.
Langsam senkte sich sein Kopf, und als seine Lippen die ihren berührten, ging
ein Zucken durch ihren Körper. Ihre Schenkel verkrampften sich um Norberts
Hüften, während sich ihr Oberkörper vibrierend aufbäumte. Norbert zog sein
Glied noch einmal zurück und rammte es dann mit einem letzten, alle Kräfte
zusammennehmenden Stoß zwischen Barbaras bebende Schenkel. Der
zurückgehaltene Samen explodierte tief in Barbaras reifem Schoß.
Dann war es still. Ganz still. Man hörte nur rasches Atmen, das sich erst
langsam beruhigte. Norberts Kopf lag in Barbaras Achselhöhle. Sie fuhr mit
den Fingern durch seine Haare, entspannte ihren Körper und horchte auf das
hämmernde Schlagen seines Herzens.
Nach einer Weile richtete er sich auf und langte nach der Zigarettenpackung,
die er auf dem verspielt-verschnörkelten Nachttisch neben Barbaras breitem
französischem Bett abgelegt hatte. Auch Barbara erhob sich. Sie ging auf den
noch etwas schwachen Beinen ins Bad.
Sie stellte sich dort unter die Dusche und aalte sich unter dem warmen Regen,
der sich aus der Brause über ihren Körper ergoß. Etwas später schob Norbert
seine Kopf zur Tür herein und winkte der jungen Ärztin zu. Barbara sah durch
den Spalt, daß ihr Partner schon angezogen war. Er spitzte die Lippen, warf
ihr einen Abschiedskuß zu.
“Ich rufe morgen an”, meinte er, bevor er die Tür hinter sich schloß. Norbert
war Redakteur bei einer großen Tageszeitung. Er fuhr jetzt in die Redaktion.
Er arbeitete dann, wenn Barbara Feierabend hatte. Die ganze Nacht über konnte
er immer nur am Wochenende bei ihr bleiben. Früher war sich Barbara immer
sehr verloren vorgekommen, wenn sie allein in dem großen, breiten Bett lag,
in dem sie sich eben noch geliebt hatten. Alles hatte sie dann an ihn
erinnert. Das verrutschte Bettuch, die aufgerauchten Zigaretten im
Aschenbecher, ja das ganze Zimmer schien geschwängert von dem Geruch, den er
verbreitete. Es war eine Mischung aus kaltem Rauch, Schweiß und eau de
Cologne aus einer Herrenserie…
Einmal war es für sie so unerträglich, daß sie noch einmal aufstand und das
Fenster weit aufriß. Als das noch immer nichts half, versprühte sie eine Dose
Insektentod; denn es war nichts anderes im Haus. Der Spray roch furchtbar,
war ihr aber immer noch angenehmer als der Geruch von Norbert, der sie an ihn
erinnerte und sie nicht zur Ruhe kommen ließ. Wäre er dagewesen, hätte sie
ihren Kopf in seine Arme gekuschelt und hätte mit dem Einschlafen keine
Schwierigkeiten gehabt.
Aber diese Zeit war längst vorbei. Sie war über solche Schwierigkeiten
hinweg. Barbara prustete unter der Dusche und spürte, wie eine angenehme
Mattigkeit ihren Körper erfaßte. Sie freute sich auf ihr Bett. Gerade war sie
dabei, das Wasser abzustellen, als sie das Telefon im Wohnzimmer läuten
hörte.
“Ob er etwas vergessen hat?” schoß es ihr durch den Kopf.
Eilig hüllte sie ihren Körper in das große Badelaken. Sie schleifte dessen
Ende hinter sich her, als sie ins Wohnzimmer lief. Etwas außer Atem hob sie
den Hörer ab und meldete sich.
Am anderen Ende der Leitung war Michael Maquard. Einen Moment fragte sich
Barbara wütend, was er um diese Zeit noch wolle. Sie spielte schon mit dem
Gedanken, aufzulegen, nachdem sie ihm ein paar passende Worte gesagt hatte.
Zu ihrem eigenen Erstaunen aber verneinte sie die Frage, ob er mit dem Anruf
gestört hätte.
“Machen Sie sich deswegen keine Sorgen”, sagte sie.
“Ich habe den ganzen Abend über an Sie gedacht”, meinte Michael.
“Seine Stimme klingt am Telefon ganz anders als heute nachmittag”, stellte
Barbara für sich fest. “Dunkler, männlicher.”
“Dann habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich mußte Sie wenigstens hören.”
Barbara begann zu lächeln. “Dieser große, kleine Junge hat sich
offensichtlich in mich verliebt!” Der Gedanke daran erheiterte sie. Sie mußte
sich zusammennehmen, um nicht laut herauszulachen.
Irgendwie fühlte sie sich aber auch zu ihm hingezogen. Sie wurde
nachdenklich. Hatte sie nicht vorhin, als sie mit Norbert im Bett war, die
ganze Zeit über an ihn gedacht? “Ich bin verrückt”, schoß es ihr durch den
Kopf. Sie nahm sich vor, dieses seltsame Verhältnis zu beenden, bevor es zu
spät dafür wäre. “Ich weiß ja nicht einmal, wie alt er ist. Womöglich ist er
sogar noch minderjährig…”
“Bleibt es bei morgen abend?”
Barbara besann sich. “Dies ist die Chance”, stellte sie bei sich fest. “Sag
ihm, es wäre etwas dazwischengekommen.”
“Natürlich!” hörte sie sich statt dessen sagen und fragte sich gleichzeitig,
warum sie ihm nicht absagte, “Ich freue mich schon darauf!”
Michael wünschte ihr noch eine gute Nacht und legte auf.
Barbara betrachtete versonnen den Telefonhörer, der stumm in ihrer Hand hing.
“Du bist zweiunddreißig”, dachte sie, “bestimmt zehn Jahre älter als er!” Und
ihr Verstand sagte ihr, daß das nicht gutgehen würde.
“Gute Nacht”, flüsterte sie träumerisch in die Telefonmuschel. Und sie merkte
nicht einmal, daß Michael längst aufgelegt hatte.
Raschen Schrittes ging Barbara Sanders über den mit Teppichfliesen
ausgelegten Flur der Schönheitsklinik. Einen kurzen Augenblick verweilte sie
vor der Tür des Rennfahrers Pit Lange, dessen Gesicht durch einen schweren
Autounfall grausam entstellt gewesen war. Die kosmetische Operation hatte vor
genau zwölf Tagen stattgefunden. Heute hatte ihr Chef, Professor Behrens, bei
seiner allmorgendlichen Visite angeordnet, daß der Verband um den Kopf des
Rennfahrers abgenommen werden sollte. Er hatte Barbara damit betraut. Aber
erst jetzt, am späten Nachmittag, kurz vor Feierabend, fand sie Zeit dazu.
Sie trat in das mit dicken Vorhängen abgedunkelte Zimmer des Patienten. Einen
Augenblick lang mußte sie ihre Augen an das dämmerige Halbdunkel in dem
modern eingerichteten und luxoriös ausgestatteten Klinikzimmer gewöhnen.
“Ich werde jetzt ihren Verband abnehmen”, verkündete Barbara laut, damit Pit
Lange sie durch die dicken Binden, die auch die Ohren bedeckten, verstehen
würde. Dann trat sie an das breite Polsterbett und begann mit geübten Händen
den Verband zu lösen.
“Kommen sie zurecht?” hörte sie hinter sich Dr. Schönfeld, einen jungen
Assistenzarzt, der erst seit ein paar Tagen bei ihnen in der Klinik war. Er
war Barbara vom ersten Tag an unsympathisch gewesen, aber sie konnte sich
selber nicht erklären, warum.
“Danke”, antwortete sie ihm, “aber wenn ich Sie mal brauchen sollte, rufe ich
Sie.”
Barbara wandte sich wieder ihrem Patienten zu. Vorsichtig entfernte sie eine
Binde nach der anderen von dem roten angeschwollenen Gesicht des Rennfahrers.
“Sie sehen gut aus!” verkündete Barbara dann endlich und langte zu dem
kleinen Tisch neben dem Bett.
“Sehen Sie her!”
Sie hielt ihm eine Spiegel so vor das Gesicht, daß er sich sehen konnte. Pit
Lange betrachtete sich kritisch.
“So ein dickes, aufgeschwemmtes Gesicht habe ich jetzt? Frau Doktor, sagen
Sie mir ganz ehrlich, bleibt das so?”
Barbara beruhigte ihn. Sie erklärte dem Rennfahrer, die Schwellung in seinem
Gesicht werde allmählich zurückgehen. Hinterher würde er dann wieder ganz
normal aussehen. Erleichtert ließ sich Pit Lange in die Kissen fallen. Er
hatte schon befürchtet, daß sein Gesicht nun so bleiben würde. Barbara
lächelte ihm noch einmal aufmunternd zu. Dann verließ sie sein Zimmer.
Auf dem Flur begegnete sie Schwestern, die vollbeladene Essenwagen vor sich
herschoben. Sie waren daran, das Abendessen auszuteilen. Barbara zwängte sich
an ihnen vorbei und eilte in ihr Zimmer. Sie wollte heute pünktlich aus der
Klinik fortkommen. Michael hatte sie mittags angerufen und ihr berichtet, daß
er die Karten für das Konzert noch bekommen hätte.
Barbara vertauschte den weißen Arztkittel mit ihrem neuen, rosafarbenen
Wildledermantel und musterte sich dann wohlgefällig in dem großen Spiegel,
der an der Innenseite der Schranktür angebracht war. Mit einem schnellen
Griff nach ihrer Haarspange löste sie die korrekte Knotenfrisur und ließ ihre
goldblonden, glänzenden Haare auf die Schultern fallen. Jetzt war sie mit
ihrem Aussehen wieder zufrieden. Sie verließ ihren Dienstraum.
Auf dem weg zum Ausgang begegnete ihr Dr. Schönfeld, der ihr überrascht
nachstarrte. Er hatte sie bisher nur als vielbeschäftigte, korrekte Ärztin im
weißen Kittel gekannt. Jetzt sah er sie zum ersten Mal als attraktive, modern
gekleidete Frau.
Draußen nieselte ein feiner Regen vom grauen Himmel herab. Fröstelnd schlug
Barbara auf dem Weg zu ihrem kleinen Auto den Mantelkragen hoch. Erleichtert
atmete sie auf, als sie den Wagen, ohne besonders naß zu werden, erreicht
hatte. Sie freute sich auf diesen Abend.
Michael Maquard wollte sie von ihrer Wohnung abholen. “Hoffentlich kommt uns
da Norbert nicht dazwischen”, ging es ihr durch den Kopf, als sie sich in den
Großstadtverkehr einordnete. Ein solches Zusammentreffen aber war nicht zu
befürchten. Norbert kam normalerweise nur zwei oder drei Mal in der Woche zu
ihr. “Und er war ja erst gestern da”, überlegte Barbara.

Pit Lange betrachtete sein Gesicht versonnen in dem Spiegel, den ihm die
sympathische Ärztin vorhin gegeben hatte. Er versuchte sich vorzustellen, wie
er aussehen würde, wenn die jetzt noch feuerroten Narben erst einmal verheilt
wären.
Er wußte nicht, wie lange er so dagelegen hatte, seinen Blick reglos auf den
Spiegel gerichtet. Es war dunkel geworden. Pit Lange beugte sich zur Seite
und schaltete die Nachttischlampe an. “Ob mich wohl jemals wieder jemand ohne
Abscheu oder Mitleid anschauen kann?” fragte er sich zweifelnd.
Dann verwünschte er sein Schicksal, verwünschte Ulla, seine junge Frau, die
er über alles geliebt hatte - und die ihn jetzt verriet.
Pit Lange konnte sich noch genau erinnern. Er hatte sich schon lange über
Ulla gewundert, die früher nie genug von ihm bekommen konnte. Mit der Zeit
aber war sie ihm gegenüber immer kälter geworden. Von einem Bekannten mußte
er dann das erfahren, was außer ihm schon alle wußten. Seine Frau betrog ihn
mit seinem besten Freund.
Als Pit das gehört hatte, war er kurzentschlossen in seinen Sportwagen
gesprungen. Er hoffte, die beiden in flagranti zu erwischen. Ulla war schon
nachmittags fortgegangen. Eine Freundin besuchen, hatte sie erklärt. Als er
in dem schnellen Wagen durch die Stadt raste, hatte er jene ,Freundin’
verwünscht. Und er war schnell gefahren. Zu schnell. Von Eifersucht gequält,
sah er die gefährliche Kurve zu spät.
Als er wieder zu sich kam, sah er zunächst nur noch Kurven. Er erwachte in
einem Krankenhaus. Zuerst sah es dann so aus, als ob Ulla sich besonnen
hätte. Sie beteuerte, nie mehr einen anderen Mann zu wollen und nur ihn zu
lieben. Und er hatte ihr das geglaubt.
“Eine verlogene Hure”, dachte er jetzt voller Abscheu. Als er mit einer
grausamen Narbe, die mitten durch das Gesicht verlief, aus dem Krankenhaus
entlassen wurde, hatte sie ihn gepflegt. Und als er sie zum ersten Mal wieder
umarmte und ihren herrlichen, verlockenden Körper spürte, nahm er sich vor,
alles zu vergessen. Sie liebten sich. Nur das allein zählte. Er spürte ihre
weichen Lippen liebkosend über die Narben streichen. Dann flüsterte sie ihm
zärtliche, heiße Worte ins Ohr. Pit Lange wußte, was seine Frau wollte. Und
er gab es ihr. Seine Arme schmerzten, als er sie hinübertrug ins
Schlafzimmer. “Überanstrenge dich nicht!” meinte Ulla besorgt, als sie sein
verzerrtes Gesicht sah, “du mußt deine knochen noch schonen.” Sie hatte
recht, denn ein Armbruch und ein Muskelriß vom Unfall waren gerade verheilt.
Aber Pit wollte es ihr zeigen. Ihre Warnung reizte ihn nur. Er nahm seine
Frau so, wie sie gerade war. Angezogen mit Rock und Pulli. Er nahm sich nicht
einmal die Zeit, ihr die Schürze abzubinden, die sie noch von der Hausarbeit
trug. Nur die Strumpfhose mußte dran glauben. Ulla kam ihm bereitwillig
entgegen. Sie spreizte ihre Schenkel und öffnete ihm ihren Mund zu einem
tiefen Kuß. Sie schob sich an ihn heran…
Pit Lange seufzte laut auf. Nein, er wollte nicht mehr an die vergangenen
Zeiten denken. Er beugte sich zur Seite und machte die Lampe aus. Beim
Einschlafen dachte er an die blonde Ärztin. Da stahl sich ein kleines Lächeln
auf seine Lippen.

Michael Maquard steuerte seinen Wagen durch die still gewordene Innenstadt.
Barbara saß neben ihm und schaute gedankenverloren aus dem die Seitenfenster.
Strahlend hell erleuchtete Schaufenster zogen vorbei und lockten mit ihren
Auslagen. Aber an diesem feuchtkalten Novemberabend liefen die wenigen Leute,
die noch unterwegs waren, mit hochgezogenen Schultern daran vorüber und
beeilten sich, nach Hause zu kommen in die wärme der Wohnung.
Barbara nahm das alles nicht wahr. Eine Hand umklammerte den kleinen
Veilchenstrauß, den Michael Maquard ihr mitgebracht hatte. Verspätet, nur um
ihr diese Veilchen mitzubringen, war er bei ihr eingetroffen und sie hatten
sich beeilen müssen.
In der Aufregung hatte Barbara den kleinen Strauß mit ins Konzert genommen.
Nun war er fast verwelkt. “Veilchen im November”, dachte die junge Ärztin und
lächelte. Im Konzertsaal, erinnerte sie sich, hatte Michael nach ihrer Hand
gegriffen und sie dann die ganze Zeit über gestreichelt. Auch jetzt lag seine
Hand auf ihrer. Er nahm sie nur fort, wenn er einen anderen Gang einlegen
mußte.
Eine Weile noch, dann stoppte Michael seinen wagen vor dem eleganten
Apartementhaus, in dem Barbara wohnte und von wo er sie abgeholt hatte.
Beide sprachen kein Wort. Michael sah sie fragend an. Barbara nickte leicht
mit dem Kopf. Sie brauchten keine Worte mehr. Sie hatten eine andere Weise
entdeckt, sich zu verständigen. Alles war so selbstverständlich. Als sie auf
den Lift warteten, küßten sie sich.
Und als sie im Lift nach oben fuhren, küßten sie sich wieder. Lange. Denn
Barbara wohnte in der obersten Etage. Als Barbara dann endlich die
Wohnungstür aufgeschlossen hatte und sie in der kleinen Diele standen, küßten
sie sich ein drittes Mal.
Barbara hatte ihren Mund halb geöffnet. Michael fuhr mit seiner Zunge
zwischen ihre vollen Lippen und streichelte mit der Spitze über die
Innenwände ihres Mundes. Heftig atmend lösten sie sich nach einer Weile
voneinander. Sie trugen beide noch ihre Mäntel und zogen sich erst einmal
aus. Barbara wies Michael die Tür zum Wohnzimmer. Sie hängte die Mäntel auf
Bügel und warf noch einen raschen Blick in den Spiegel, bevor sie nach dem
kleinen Veilchenstrauß griff, den sie auf einer Konsole abgelegt hatte.
Michael stand mitten in ihrem geräumigen Wohnzimmer und wartete auf sie. Er
breitete die Arme aus und wollte sie schon wieder an sich ziehen. Barbara
aber bedeutete ihm, daß zuerst die Blumen ins Wasser müßten. Als sie mit den
Veilchen in einer Vase aus der kleinen Küche wiederkam, stellte sie sie auf
den niedrigen Tisch vor der Couch. Michael kam von hinten an Barbara heran
und hob sie sich auf die Arme. Die Ärztin umklammerte lachend seinen Hals.
“Wohin geht’s denn?” erkundigte sie sich, als Michael mit ihr quer durch das
Zimmer schritt.
“Ins Bett”, antwortete er ihr trocken und steuerte zielstrebig auf das
Schlafzimmer zu. Er hatte es ausgekundschaftet, als Barbara die Mäntel
forthängte. “Daß ein Mann immer gleich weiß, wo das Schlafzimmer ist”,
wunderte sie sich. Zu Michael aber sagte sie:
“Ich bin noch nicht müde!” Sie wehrte sich und zappelte auf seinen Armen.
Michael setzte sie behutsam auf dem Bett ab.
“Du mußt ja auch noch nicht unbedingt schlafen, ich meine richtig schlafen,
mit Augen zu und so.”
Dabei begann er, Barbaras moderne Bluse zu öffnen. Durch die halboffene Tür
zum Wohnzimmer drang noch genügend Licht, um das Schlafzimmer in ein
angenehmes Halbdunkel zu hüllen.

Barbaras Gesicht wirkte bei dieser Beleuchtung wie das eines jungen Mädchens.
Ihre Haare, die hochgesteckt waren, hatten sich gelöst und flossen wie ein
goldener Strom über das Kopfkissen. Michael hatte die Bluse aufgeknöpft und
betrachtete fasziniert ihre festen, vollen Brüste, deren dunkle Spitzen hart
in die Höhe standen. Das Ganze wirkte auf ihn wie das Gemälde eines großen
Meisters.
Fast traute er sich nicht, sie weiter zu berühren. Wie eine Königin lag
Barbara auf den Kissen.
Sie aber fühlte anders. Sie fühlte sich leichter und unbeschwerter und gar
nicht mehr älter als Michael. Erregt bemerkte sie, daß der junge Mann jetzt
begann, ihren bodenlangen Rock aus weich fließendem Samt zu öffnen. Zärtlich
fuhr sie durch seine langen, fast bis auf die Schultern fallenden schwarzen
Haare. Sie spürte seine warmen Hände an den Hüften, wie sie scheu, fast
ehrfurchtsvoll, den Rock abstreiften. Darunter trug Barbara nur noch eine
Strumpfhose. Michael erhob sich aus der Hocke. Barbaras Augen folgten ihm.
Etwas hastig entledigte er sich seines mitternachtsblauen, chic geschnittenen
Abendanzuges, den er achtlos auf den Sessel warf. Zum ersten Mal sah Barbara
seine langen, schlanken und doch sportlich muskulösen Beine. Die Haut war wie
vergoldet. Es mochte am Licht liegen, das gedämpft aus dem Wohnzimmer drang.
Sie glitt mit ihren dicht bewimpelten Augen an seinen Beinen hoch und erfaßte
den ganzen Körper. Er schien nicht aus Fleisch und Blut zu bestehen, so
atemberaubend schön war er. Wie eine in Bronze gegossene Statue stand er da.
Die schlanken Beine, die sie schon bewundert hatte, wuchsen aus schmalen
Hüften, die von einem dünnen, halb durchsichtigen Slip kaum bedeckt waren.
Barbara verfolgte die dunklen Haare, die durch den dünnen Stoff schimmerten
und sich etwas höher aus dem Bund kräuselten, weiter nach oben, wo sie in der
Höhe seines Nabels dünner wurden, um sich schließlich in einer feinen Linie
bis zu seiner Brust hin zu ranken.
Barbaras Blick glitt wieder an seinem Körper hinunter. Sie beobachtete
gebannt, wie es in dem dünnen Slip immer mehr anschwoll und pulsierte. “Er
hat Formen”, blitzte es in ihr auf, “Formen, die man anfassen möchte!” Und
sie fühlte den Wunsch, es endlich zu tun, in sich übermächtig werden.
Das ganze hatte nur Sekunden gedauert. Mit einem raschen Griff befreite sich
Michael von seinem Slip und streifte ihn ab. Sein hart angeschwollenes Glied
schnellte wie von einer Sehne abgeschossen nach vorn. Barbara bekam einen
kleinen Schreck, als sie es jetzt unbekleidet sah. Es war enorm lang und
dick. Als Michael jetzt näher kam, schien es noch größer zu werden. Barbaras
Blick fiel auf die eiförmigen Kugeln, die unter dem prall geschwollenen Stab
in dem behaarten Hautsack schwangen. Sie spürte, wie sie zwischen ihren
begierigen Schenkeln feucht wurde.
Unwillkürlich verglich sie Michael mit einem Puma. Diese geschmeidigen,
gleitenden Bewegungen, mit denen er jetzt auf sie zukam!
Barbara fuhr sich mit der Zunge über die vor Aufregung trockenen Lippen. Sie
sah zu, wie Michael um das Fußende des Bettes herumtänzelte, sah, wie sein
Phallus dazu im Takt auf und nieder wippte. Einen Augenblick später spürte
sie, wie seine Zunge über ihre Lippen strich und Einlaß in ihren Mund
forderte. Sein harter Luststab zuckte lüstern am Eingang zu ihrem Liebesnest.
Barbara hob ihre Hüften und preßte ungeduldig ihren Unterleib gegen Michael.
Der rutschte auf seine Knie und spreizte mit den Händen ihre goldleuchtende
Spalte auseinander. Etwas linkisch versuchte er, seinen vibrierenden Pfeil in
die rosafarbene Öffnung zu zwängen. Aber so ging es nicht. Vor Aufregung
zitternd hob er Barbaras Schenkel hoch über seien Schultern und versuchte es
dann ein zweites Mal. In dieser Stellung gelang es ihm, mit seiner vor Jugend
strotzenden Lanze in den einladend geöffneten Freudentempel der Ärztin
einzudringen. Barbara hielt den Atem an.
Michaels Hände gruben sich unter ihr Gesäß. Sie hoben Barbara noch etwas
höher und brachten damit ihre Scheide in eine fast senkrechte Lage. So konnte
er noch tiefer in sie vorstoßen. Als er sich mit kreisenden Bewegungen immer
mehr in ihrem Körper verschraubte, kreuzte Barbara ihre Unterschenkel über
seinem Rücken und drückte sie fest aneinander. So hatte sie die Möglichkeit,
mit ihren Beinen Michaels Rhythmus zu beeinflussen. Das Hauptgewicht hatte er
auf den Unterleib verlagert, mit dem er gierig auf und nieder zuckte. Barbara
schlang ihm die Hände um den Hals und zog seinen Kopf an sich. Ihre feuchten
Lippen übersäten Michaels Gesicht mit heißen Küssen.
Ihr Partner hielt die Augen geschlossen. Stetig und in einem ausgewogenen
gleichen Rhythmus massierte sein Naturvibrator die Vagina der Frau. Man
konnte nur ein leichtes Stöhnen vernehmen, wenn er ab und an seinen Unterleib
etwas verschob, damit sein Phallus in einem schärferen Winkel in die Scheide
glitt, um so den sexuellen Reiz für seine Partnerin zu erhöhen.
Barbara kam immer mehr zu dem Eindruck, als ob Michael sich redliche Mühe
gäbe, auch sie zu befriedigen. Sie konnte dies an seinem ganzen Verhalten
während des Aktes feststellen. Er hing an ihr. Das spürte sie mit dem feinen
Empfinden, mit dem nur eine Frau ausgestattet ist. Und er hing an ihr,
verbunden durch Stränge, die nicht körperlich waren. Sie mochten seiner
Seele, seinem Geist oder auch seiner Vernunft entstammen. Jedenfalls hing er
nicht nur an ihr durch die erregende Verbindung, die jenes dicke, lange, hart
angeschwollene Stück Fleisch darstellte, das jetzt, wie von einer steifen
Sturmböe gepeitscht, in Barbaras Schoß aufzuckte und sich in heftigen, lang
andauernden, sich wiederholenden, langsamer werdenden, abebbenden Schüben in
ihr verströmte.
Als der junge Mann ejakuliert hatte, blieb er in der gleichen Stellung
keuchend auf der Ärztin liegen. Sein Glied zuckte immer noch in Barbaras
Liebesnest. Und als sie es kaum mehr spüren konnte, spannte sie die Muskeln
ihrer Scheide und preßte sie zusammen. So hatte sie wieder Verbindung zu dem
ermatteten Vibrieren des männlichen Geschlechtsteils. Aber so sehr sich auch
ihre Vagina an den Penis klammerte, so sehr sie auch mit den Händen nach
Michaels Gesäß griff, um seinen Unterleib mit heftigen Stößen gegen ihre
lustlechzende Klitoris anzuschieben - Barbara hatte keinen Orgasmus und
konnte ihn jetzt auch nicht mehr erreichen.
Michael schob sich zur Seite. Dabei glitt sein Glied aus Barbaras Spalte. Der
junge Mann lag jetzt neben ihr. Er hatte seine Beine um ihren linken
Oberschenkel geklammert, so, daß er Penis und Hoden fest gegen ihre Haut
pressen konnte.
“War’s schön für dich?” unterbrach Barbara das lange Schweigen.
“Ja! Und für Dich?”
“Auch.” Barbaras Stimme klang nicht ganz überzeugend.
“Bist du auch gekommen?” hakte Michael nach.
“Ja Schatz”, log Barbara.
“Hab mir auch Mühe gegeben…”
“Das konnte man merken.”
Michael hatte sich auf seinen rechten Ellenbogen gestützt. Mit der Linken
strich er durch Barbaras honigblondes Haar.
“Du kannst so zärtlich sein”, sagte sie.
“Ja? Magst du das?” Mit der Hand fuhr er ihr über die Brauen, zog dann mit
den Fingern die Linie ihrer Nase nach und die ihres Mundes.
“Kennst du viele Mädchen?” fragte die Ärztin.
“Ja, aber nicht so.”
Michael war in Barbaras Augen ein junger Mann, der sich alle Mühe gab, als
feuriger Liebhaber und Frauenheld zu erscheinen, der in Wirklichkeit aber
nichts mit ihrem Körper anzufangen wußte.
“Nun”, dachte sie, “es gibt viele junge Männer, deren prahlerische
Liebesabenteuer aus Phantastereien bestehen. Vielleicht, weil sie Angst haben
vor möglichen Folgen; vielleicht, weil sie Angst haben, im Bett zu versagen.”
Versagt hatte Michael nicht. Er hatte sich sogar Mühe gegeben. Aber er war
ganz und gar nicht das, was man einen perfekten Liebhaber nennen konnte.
“Noch nicht”, schmunzelte Barbara hoffnungslos in sich hinein. Laut fragte
sie: “Es waren alles Jüngere?”
“Genau. Backfische, mit denen man nichts anfangen kann.”
“Auch nicht Petting, ein wenig Sex mit der Hand oder so?”
“Das hat mich eigentlich nie gereizt.”
“Und wieso denn nicht?”
“Das ist gerade ganz was anderes. Ich weiß nicht, irgendwie wurde ich von
Anfang an besonders dadurch erregt, daß du eine reife Frau bist. Daß du
erfahren bist.”
Er sah an dem Körper der Frau hinunter. Barbara hatte gleich nach dem für sie
mißglückten Akt damit begonnen, ihren Kitzler mit der Hand zu reizen.
Wenigstens auf diese Weise wollte sie in Michaels Armen zu ihrem Orgasmus
kommen.
Als Michael sah, wie sie sich manuell befriedigte, wurde auch sein Glied
wieder steif. Barbara spürte das sehr deutlich an ihrem Schenkel. Der junge
Mann kniete wie ein Reiter über sie. Die Hüften hielt er dabei soweit
erhoben, daß die Ärztin unter seinem Damm vorbei langen konnte, um ihre
Klitoris weiterhin zu stimulieren.
“Mutter”, sagte er, “meine Mutter hatte eigentlich immer etwas dagegen, wenn
ich versuchte, mit einem Mädchen zu gehen. Dabei war das so harmlos, Freibad,
Café, Kino und so.”
Den linken Ellenbogen hatte er neben Barbaras Kopf auf das Kissen gestützt.
Mit der rechten Hand manipulierte er an seinem steifen Glied.
Barbara wurde durch den Anblick des nackten, jugendlichen Männerkörpers, der
sich in onanistischen Bewegungen vor ihr auftürmte, ungeheuer erregt. Sie
spürte, daß sie ihrem Orgasmus nahe war, und rieb ihren Kitzler in dem
gleichen Rhythmus, den Michael aufgenommen hatte. “Mit dir”, fuhr der junge
Mann fort, “ist das alles ganz anders. Du bist zwar wesentlich jünger, als
meine Mutter. Du kommst aber dem Bild so sehr nahe, dem Bild von einer Frau,
das meine Mutter mir eingeprägt hat.”
Durch Barbaras Körper ging ein orgastisches Zucken. Sie zog ihre Schenkel an,
verkrampfte die Arme, rieb sich plötzlich mit beiden Handflächen wie wild die
Brüste, drückte ihren Kopf tiefer zurück in das Kissen; ihre Augen starrten
verzückt in das Endlose, ihr Mund war weit aufgerissen. Michael schob sich in
diesem Moment nach vorn und brachte seinen berstenden Phallus so nahe an
Barbaras Gesicht, daß ihre Lippen die tiefrote, pralle Eichelspitze berührte.
Keuchend fragte ihn Barbara, wie er denn sonst sein Geschlechtsleben geführt
hätte. Schließlich hätten seine strammen Lenden ja einiges zu bieten. Sie
drückte sich medizinisch aus und fragte:
“Wie hast du bisher immer deinen Hormonhaushalt reguliert, Schatz?”
“Nun”, sagte Michael etwas verlegen, “ich habe viele Freunde…”
“Ist das hier eine Flickschusterei oder eine Schönheitsklinik?” fuhr der
Patient die Ärztin an, die am frühen Morgen bei ihm Visite machte. Dr.
Barbara Sanders war auf diesen verbalen Überfall nicht vorbereitet.
“Bei aller Liebe, bestes Fräulein Doktor”, meinte Pit Lange, “aber so geht
das nicht. Habe mich im Spiegel betrachtet. Sehe ja schlimmer aus als
vorher.”
“Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil”, dachte sich Barbara und gab
zurück:
“Schlimmer als vor Ihrem Unfall? Das ist ja kaum möglich!”
“Machen Sie keine Witze, Doktor. Sagen Sie mir lieber, was diese
zusammengeflickten Hautfetzen in meinem Gesicht sollen.”
“Sie sollen heilen.”
“Und ich trage dann dort, wo andere Leute ihr Gesicht haben, eine hochmoderne
Flickenhose, was?”
Pit Lange wirkte nervös. Er hatte sich in seinem Bett aufgerichtet.
Nicht nur seine Stimme verriet, dass er wütend war. Barbara versuchte, ihn
mit guten Worten zur Vernunft zu bringen.
“Sie verstehen etwas von flotten Wagen und schnellen Pisten, Herr Lange”,
sagte sie, “ich verstehe etwas von dem Geschäft, das hier betrieben wird.
Nicht nur mit Ihnen. Wir haben viele Patienten.”
“Dann scheint es mit Ihrem Geschäft nicht weit her zu sein.”
“Aber Herr Lange, ich muß doch schon bitten!”
“Was soll das Gerede? Ich habe doch noch alle meine fünf Sinne beisammen. Es
genügt ein Blick in den Spiegel, um vor sich selber das Grauen zu kriegen.”
“Es wird noch eine Weile dauern, bis Sie hier entlassen werden. Bis dahin ist
dann die letzte Narbe verheilt, jede Rötung vergangen.”
“Wer’s glaubt wird selig.”
“Dann werden Sie dieses Haus eben gesund und selig verlassen.”
“Schöne Aussichten.”
“Wirklich schöne Aussichten, wenn Sie sich vernünftig verhalten. Wenn Sie
aber so einen Wirbel, wie eben, öfter machen, ziehen Sie Ihre völlige
Wiederherstellung nur unnötig hinaus.”
“Dann kann ich ja gleich so’ne Fratze behalten und mein Leben in diesen vier
Wänden beschließen.”
“Herr Lange”, versucht ihn Barbara nun an seinem beruflichen Ehrgeiz zu
packen, “was hier nötig ist, kennen Sie doch alles von Ihrer Karriere als
Rennfahrer her.”
“Dort ist Flickwerk unmöglich.”
“Setzen wir mal voraus, wir hätten ausnahmsweise bei Ihnen auf Flickwerk
verzichtet.”
“Das fällt mir schwer”, unterbrach er sie.
“Versetzen Sie sich in Gedanken an die Piste. Sie starten und durchfahren das
Ziel.”
“Quatsch! Wo bleibt denn da das Rennen?”
“Welches Rennen?”
“Sie haben ja wirklich von Tuten und Blasen keine Ahnung…”
“Behaupten Sie nicht Dinge, die Sie nicht beurteilen können”, unterbrach ihn
Barbara.
“Aber ich kann ein Motodrom beurteilen. Und da liegt zwischen Start und Ziel
das Wichtigste. Das Rennen nämlich.”
“Sehen Sie”, triumphierte die junge Ärztin, “das wollte ich Ihnen gerade mit
diesem Beispiel beibringen. Was auf der Piste das Rennen ist zwischen Start
und Ziel, das ist in diesem Hause die geduldige Genesung zwischen Operation
und Entlassung.”
“Sie können das doch nicht miteinander vergleichen…”
“Natürlich”, fuhr ihm Barbara ins Wort, “kann ich das. Und genau so ist es.
Kapieren Sie endlich?! Richten Sie sich nach den Rennregeln, die in diesem
Hause gelten, dann kommen Sie ohne jeden weiteren Unfall ans Ziel!”
Sprach’s und verließ das Zimmer des Rennfahrers. Gesundheitlich war Pit Lange
auf der Höhe; sonst hätte er sich diesen Eklat nicht leisten können. “Und was
die Verheilung der Narben betrifft”, überlegte Barbara draußen auf dem Flur,
“ist die haut durch seine Gefühlsaufwallungen zu sehr gereizt. Da muß ich
warten, bis sich unser Titeljäger wieder ganz abgekühlt hat.”
Dr. Schönfeld lief ihr über den Weg. Der Kollege blieb stehen und sah Barbara
auffällig auf die Beine.
“Jetzt arbeiten Sie schon in der Frauenabteilung und trotzdem stolpern Ihre
Blicke noch immer über meine Waden”, frotzelte sie.
“Nicht nur über Ihre Waden”, trug der junge Assistenzarzt etwas dick auf,
“Ihre ganzen Beine haben es mir angetan, vom Scheitel bis zur Ferse, wenn man
so sagen darf.”
Barbara hielt es für wenig ersprießlich, dieses Gespräch fortzusetzen. Darum
fragte sie: “Sonst haben Sie mir nichts zu sagen?” und ging weiter.
“Doch”, kam Dr. Schönfeld hinter ihr her, “ich soll Ihnen ausrichten, daß der
Chef Sie zu sprechen wünscht. Gleich.”
“Reichlich spät rücken Sie damit heraus”, meinte Barbara.
“Nun”, meinte ihr Kollege, “das andere war mir eben wichtiger.”
Er folgte Barabara bis zum Chefzimmer. Nach einem deutlich zurückweisenden
Blick der Ärztin blieb er aber draußen vor der Tür.
“Sie haben mich rufen lassen?” meldete sich Barbara bei ihrem Chef.
“Ja, Fräulein Sanders, gut, daß Sie so schnell gekommen sind. Dann können wir
die Sache gleich erledigen.”
Mit der Hand machte er eine Bewegung, die Barbara aufforderte, im Sessel ihm
gegenüber Platz zu nehmen.
“Um welche Sache handelt es sich?” wollte die Ärztin wissen. Sie vermutete
Beschwerden, die Pit Lange vorgebracht haben könnte.
“Fräulein Sanders, Sie haben hier, solange Sie im Haus sind, eine recht gute
Figur abgegeben. Ich meine das nicht nur im Hinblick auf Ihre körperlichen
Reize, sondern auch wegen Ihrer hervorragenden Kenntnisse und ärztlichen
Leistungen.”
Dabei tastete er sie mit seinen Blicken von oben bis unten ab. Barbara war
es, als könnte sie dieses erforschen körperlich spüren. Sie machte sich aber
nichts weiter daraus, denn ihr war die rüde Art, mit der sich Chirurgen zu
geben pflegen, längst bekannt.
Der Chefarzt starrte sie noch immer an und war ganz in ihren Anblick
versunken.
“Können wir zur Sache direkt kommen?” bat Barbara. “ich habe nämlich noch
einige Patienten, die meine Visite erwarten.”
“Immer auf den Beinen, immer in Trab”, lobte der Chef. “Das ist es ja gerade,
was Sie so besonders auszeichnet.”
Er machte wieder eine Pause und kramte in Papieren, die vor ihm auf dem
Schreibtisch lagen.
“Da wurde an mich die Bitte herangetragen, aus unserem Institut eine Dozentin
für Schönheits-chirurgie zu benennen. Ich habe Sie herbitten lassen, um Ihnen
mitzuteilen, daß ich Sie hierfür ausersehen habe.”
“Danke”, sagte Barbara stolz, “das freut mich.” Dabei wurde sie im Sessel
richtig um einige Zentimeter größer. “Wann und wo wird sich das alles
abspielen?”
“In unserem hause. Sie werden von den Visiten entbunden, da die Vorlesungen
an den Vormittagen liegen. Für Nachmittags halten Sie sich weiterhin unserem
Team zur Verfügung. Das ganze beginnt nächste Woche, mit Semesteranfang.”
“Danke”, sagte Barbara und erhob sich. Auch der Chefarzt stand auf. Er
reichte ihr die Hand und beglückwünschte sie. Als Barbara schon an der Tür
war, rief er ihr nach: “Die Urkunde wird Ihnen direkt durch das Ministerium
zugestellt.”
Draußen vor der Tür wurde Barbara von Dr. Schönfeld erwartet. Er stand dort
an die Wand gelehnt und rauchte eine Zigarette.
“Ihre Beine”, fing er wieder an, “sind so außergewöhnlich schön, daß man
einfach nicht das Bedürfnis verdrängen kann, einmal seinen Unterleib
dazwischenzuschieben.
“Ich bin zur Dozentin avanciert, Kollege Schönfeld”, gab Barbara betont
hochnäsig zurück, “nicht als Hospitalhure.”
“Herzlichen Glückwunsch auch”, stotterte der Arzt, der offensichtlich ganz
verwirrt war.
“Für die Beine, ich weiß schon”, sagte Barbara und ging den Flur hinauf zu
den Patientenzimmern.
“Na klar”, rief ihr Dr. Schönfeld nach, “aber auch zu Ihrer Berufung. Werde
an Ihren Vorlesungen teilnehmen.”
Barbara blieb stehen und wandte sich ihrem Kollegen zu.
“Gern, wenn Sie’s nötig haben.”
Sie freute sich, daß man gerade auf sie gekommen war, als es darum ging, die
neugeschaffene Dozentur zu besetzen. Diese Berufung bestätigte sie als
überdurchschnittliche Chirurgin, als Ärztin, die darüber hinaus befähigt war,
ihre Kenntnisse an andere weiterzugeben. Und sie freute sich gleichzeitig
darüber, daß nicht Pit Lange der Grund war, weswegen sie zum Chefarzt gerufen
worden war. Eigentlich war ihr nämlich der Rennfahrer viel zu sympathisch,
als daß sie mit Begeisterung in eine feindselige Konfrontation eingestimmt
hätte.

Zu einer anderen Konfrontation war es zu jener Zeit, als der Rennfahrer mit
seinen Vorwürfen gegen Barbara Sanders anstürmte, im Hause der Maquards
gekommen. Es war Frühstückszeit, der Kaffee war bereits aufgetragen, und
Madame wunderte sich, warum ihr Sohn so lange auf sich warten ließ.
“Wo steckst du denn schon wieder?” fragte sie vorwurfsvoll, als er endlich zu
ihr an den Tisch kam.
“In meinem Zimmer, wo denn sonst wohl”, fragte Michael zurück.
“Sei nicht so schnippisch, Michi”, gemahnte Madame und drohte mit dem
Kaffeelöffel.
“Wenn du so spät zum Frühstück kommst, hat das doch seinen Grund darin, daß
du nicht rechtzeitig ins Bett gefunden hast. Und wenn du nicht rechtzeitig
ins Bett gekommen bist, liegt das daran, daß du dich zu lange herumgetrieben
hast. Und wenn du dich zu lange herumgetrieben hast, ist sicher wieder Detlef
daran schuld. Er ist zwar ein lieber Junge, aber kannst du ihm nicht sagen,
daß deine Mutter allergrößten Wert auf Pünktlichkeit legt.”
Michael hatte sich ein Brötchen geschmiert und kaute. Das war die einzige
Reaktion, zu der er auf diesen Wortschwall fähig war.
“Antworte mir!” gebot Madame.
Michael zeigte mit dem Finger auf seinen vollen Mund.
“Du sollst was sagen!” verlangte seine Mutter.
Michael schluckte. Als er so weit war, daß er wieder sprechen konnte, sagte
er: “Meine Mutter - habe ich gelernt - legt allergrößten Wert darauf, daß man
nicht mit vollem Mund spricht.”
“Du hast dir ja nur so viel genommen, damit du eine Ausrede hast, um mir
nicht antworten zu müssen.”
“Wenn ich schon zu spät nach Hause komme, denk ich, sollte ich auch die Zeit
zum Frühstück nutzen und nicht mit Gerede vertun.”
“Du siehst also ein, daß du zu spät zu Tisch gekommen bist.”
“Ja”, nickte Michael, “und ich bin der Meinung, daß da etwas geändert werden
muß.”
“Das freut mich, von dir zu hören.”
Ihr Sohn hatte sich ein weiteres Brötchen zurecht gemacht. Bevor er es in den
Mund schob, meinte er:
“Wir sollten in Zukunft einfach später frühstücken.”
“Das könnte dir so passen, du Flegel”, schimpfte seine Mutter.
“Nichts wird verschoben, sondern du bist in Zukunft pünktlich, verstanden?”
Wieder deutete Michael mit dem Finger auf die volle Backe. Von da an verebbte
das Frühstücksgespräch für eine Weile in einen Monolog.
“Du mußt verstehen, Michi”, meinte Madame Maquard, “daß ich ja nur dein
Bestes will, dein Allerbestes, mein Junge! Und wenn ich von dir verlange, daß
du morgens rechtzeitig beim Frühstück bist, dann doch nur, um dich zur
Pünktlichkeit zu erziehen. Da darfst du mir das Leben doch nicht so schwer
machen. Seit Papa tot ist, liegt doch die ganze Verantwortung für dich auf
mir. Du weißt doch, daß ich es in allen Dingen nur gut mit dir meine. Und ich
habe doch nur dich. Du bist mein Einzigstes! Schon damals, als Papa noch
lebte. Er war ja nur immer in seiner Anwaltspraxis. Wenn er zu Hause war -
kannst du dich erinnern? - Zog er sich immer in sein Arbeitszimmer zurück. Er
sparte und sparte und kam nicht aus dem Haus. Da war ich ganz auf dich
angewiesen. Und das ist halt so geblieben. Wußte ja nicht, daß Papa heimlich
Briefmarken sammelte. Oder hatte er dir jemals davon erzählt? Nein, sicher
nicht, denn du warst ja noch viel zu jung. Aber auch mir gegenüber hatte er’s
die ganze Zeit verschwiegen. Hatte mich immer furchtbar über sein
Einsiedlerleben geärgert. Aber dann hat’s sich ja schließlich ausgezahlt.
Wußte anfänglich gar nicht, daß seine Sammlung so wertvoll war. Konnte es
auch nicht ahnen. Hab’ dann diese kleinen Papierstücke zu Geld gemacht, hörst
du, zu Geld! Damit ich jetzt zum Beispiel dein Studium finanzieren kann. Nun
ja, ein paar Pelzmäntel für mich sind dabei auch herausgesprungen. Aber du
hast immerhin auch dein Auto bekommen. Und was auf dem Konto ist, reicht noch
eine ganze Weile. Mindestens so lange, bis du als Arzt viel Geld verdienst.
Dann hast du Gelegenheit, deiner lieben Mutter alle Liebe zurückzuzahlen,
Michi. Und ich ebene dir mit unserem Geld bis dahin auch schön alle Wege. So
habe ich mir überlegt - ich hatte jetzt während der Gesichtsstraffung ja
Gelegenheit genug dazu - daß du am besten Schönheitschirurg wirst. Das ist
ein guter Job für dich, denn damit können wir noch einmal viel Geld
verdienen. Schönheitschirurgie ist ganz groß im Kommen! Ich habe mich
erkundigt. Es ist möglich, daß du gleich ab dem nächsten Semester
Schönheitschirurgie belegst. Dort haben sie auch noch keinen numerus
clausus.”
Michael horchte auf. Ihm blieb der Happen im Hals stecken. ,Barbaras Fach’
fuhr es ihm durch den Kopf, ,das kann mir ja gerade recht sein.’ Er nickte
begeistert und brummte wohlwollend vor sich hin. Dann begann er von neuem zu
kauen.
Madame Maquard hatte sich wieder eine Kaffeetasse vollgegossen. Vornehm griff
sie nach dem kleinen Henkel und führte langsam die Hand an den Mund. Den
kleinen Finger hielt sie dabei weit abgewinkelt.
“Olaf hatte doch angefangen, mit dir zusammen Medizin zu studieren, Michi.
Vielleicht kannst du ihn überzeugen. Dann belegt ihr gemeinsam diese
Vorlesungen. Und auch Detlef, glaube ich, wird diesem Plan zustimmen. Er ist
ja ein vernünftiger Junge. Ach, Michi”, seufzte sie und fuhr ihm mit ihren
beringten Fingern über den Handrücken, “ich bin so froh, daß du im Grunde ein
so guter Junge bist.”
Michael sah sie aus seinen großen Augen an.
“Bestimmt”, meinte sie, “wenn ich dich mit anderen vergleiche. Was man da so
hört. Ständig haben diese jungen Leute Weibergeschichten im Kopf, sind
dauernd von Zuhause fort, kümmern sich nicht um ihre Eltern, lernen nichts,
treiben nur Allotria. Und das einzige, das dabei herauskommt, ist, daß sie
plötzlich heiraten müssen, weil sie’s mit irgend so einem jungen Ding
getrieben haben. Dabei wissen diese Mädchen dann häufig noch nicht einmal,
wer nun der Vater ihres Kindes ist; sie haben’s einfach mit zu vielen
gleichzeitig getrieben.”
Obwohl Michael immer noch kaute, hielt er es an dieser Stelle für angebracht,
aufzubegehren. Seine Mutter aber wehrte ab:
“Nein, widersprich mir nicht. Ich kenne diese Sache, schließlich habe ich
Augen im Kopf und lesen kann ich auch. Was man da so manchmal erfährt! Gut,
daß du so ganz anders bist. Viel häuslicher und so. Du kümmerst dich
wenigstens noch etwas um deine Mutter. Und dann hast du so viel Character -
den hast du von mir! -, daß du dich nicht gleich von den ersten besten
Mädchenblicken einfangen läßt. Du hast deine Komilitonen, deine Freunde -
nein, wenn ich es mir so recht überlege, kann ich mich eigentlich nicht
beklagen über dich. Währen andere im Gruppensex versumpfen, bist du bei
Detlef und bläst die Flöte…”
Michael mußte schlucken, gleich zweimal, dreimal.
“Ja, ja, Mutter”, prustete es aus ihm heraus, “du hast schon recht.” Er war
von der Naivität seiner Mutter überwältigt. “Und wie recht du hast! Willst du
aber denn gar nicht, daß dein Sohn auch einmal ans Heiraten denkt? Ich meine,
es muß ja nicht gleich sein. Nur dran denken, daß heißt, Erfahrungen sammeln.
Sowas wird einem doch nicht in die Wiege gelegt.”
“Um Gottes Willen, Michi!” rief Madame Maquard aus, “tu mir das nicht an! Du
willst doch nicht deine liebe Mutter im Stich lassen und dich an irgend so
ein junges Flittchen hängen! Nein, Heiraten ist etwas, daran mußt du noch gar
nicht denken. Es gibt viele erfolgreiche Leute, die haben nie geheiratet. Und
bevor man sich um eine neue Familie kümmert, sollte man sich erst einmal an
das halten, was schon besteht. Oh, nein, Michi, du wirst doch deine Mutter
nicht verlassen! Nein, ich will meinen Sohn behalten. Denke du zunächst mal
nur an dein Studium! Und wenn du unbedingt einmal Erfahrungen brauchst, du
weißt, wie ich das meine”, sie lächelte verlegen und fuhr ihrem Sohn wieder
zärtlich über den Handrücken, “dann sammle sie bei einer erwachsenen Frau.
Söhne unseres Standes haben zu der Zeit, als ich jung war, sich ihre
Erfahrungen auf diesem - na, auf diesem speziellen Gebiet immer bei reifen
Witwen geholt. Da wußten dann beide Seiten von vornherein, daß an eine
ernsthafte Verbindung nicht zu denken ist.”
Sie seufzte.
“Aber Schlag dir dieses Thema am beste wieder ganz aus dem Kopf. Schau,
Detlef und Olaf hängen sicher auch nicht solch lächerlichen Gedanken nach…”
“Ja, das stimmt schon”, sagte Michael und dachte an Barbara. Er sah ihre
vollen, reifen Brüste vor sich, die leichte Wölbung des Bauches um ihren
Nabel, die breiten, fraulichen Hüften und das langgezogene Becken, das hinten
mit den Backen leicht überhing, während es sich vorn, zwischen den Schenkeln,
zur Spitze eines auf den Kopf gestellten Dreiecks verjüngte, das von kurzem,
dunklem Kräuselhaar dicht bestanden war. Und er freute sich, daß sich bei
diesen Gedanken seine Männlichkeit regte.
“Schon recht”, sagte Michael schließlich, “ich werde mir Mühe geben, deinen
Vorstellungen zu entsprechen.” Er trank seinen Kaffee aus.
“Irgendwelche Punkte wird es aber immer geben, in denen wir verschiedener
Meinung sind. Da müssen wir dann zusehen, wie wir jeweils das Beste aus der
Situation machen. Einverstanden, Mutter?”
“Hör nur auf mich”, redete Frau Maquard auf ihren Sohn ein, “dann wird schon
nichts schief gehen. Immerhin haben wir es bis heute gemeinsam ganz schön zu
etwas gebracht. Und ich wüßte nicht, warum sich das ändern sollte.”
“Aber man will auch mal ausbrechen aus diesem immer gleichförmigen Trott.”
“Dich sticht wohl der Hafer!” begehrte die Mutter auf. “Wohin willst du denn
ausbrechen? Und man kann doch nur ausbrechen aus etwas, was einen gefangen
hält. Was hält dich denn gefangen? Hast du nicht alles, was du dir nur
wünschen kannst? Ein gutes Zuhause, eine Mutter, die dich sehr gern hat und
die dir dein Studium finanziert, ein Milieu, in dem du keine Sorgen zu haben
brauchst… Ich habe den Verdacht, dir hat irgend so ein Mädchen den Kopf
verdreht. Dann müssen wir ihn gleich wieder zurechtrücken. Das, was sich da
heute so abspielt, ist gar nicht nötig zum Glücklichsein. Wenn ihr mal auf
die Pauke hauen wollt, gehst du mit Detlef und Olaf in euren Club. Was willst
du mehr?
Und dort sind doch auch Mädchen?”
Michael nickte verlegen.
“Das schon”, sagte er, “aber die interessieren sich nicht für uns.
Die sind genauso für sich wie wir.”
“Das freut mich aber: endlich einmal vernünftige Mädchen…”
“Ach, Mutter”, sagte Michael traurig,

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APRES SKI


Das Feuer knisterte leise im offenen Kamin, und die Hütte wurde langsam aber sicher von wohliger Wärme erfüllt. Es sollte ein gemütlicher Ausklang eines rundherum gelungenen Tages werden. Und bei Gott, das wurde er!

Wir (ich, 27 und meine Verlobte Simone, 25) hatten Ulrike (26) zu diesem gemeinsamen Skiwochenende eingeladen. Sie war eine langjährige Freundin von Simone und hatte sich vor nicht allzu langer Zeit von ihrem Freund getrennt. Wir dachten uns, daß sie vielleicht ein bißchen Abwechslung gebrauchen könnte, und so waren wir mit ihr in die Berge gefahren, um uns ein bißchen im Schnee zu tummeln. Nach einigen Abfahrten und einer abschließenden Schneeballschlacht hatten wir uns dann in die gemietete Hütte zurück gezogen, um uns aufzuwärmen. Die Behausung war urig und gemütlich, wie aus einem Bilderbuch. Mit einem offenen Kamin und einem kuscheligen Fell davor. Ich kramte die Vorräte heraus, die wir am Vormittag hier verstaut hatten, und erhitzte uns auf der kleinen Kochstelle einen leckeren Glühwein.

Wir genossen das heiße Getränk und machten es uns vor dem Feuer gemütlich. Die zwei Frauen entledigten sich ihrer dicken Skikleidung und saßen schließlich nur noch Unterwäsche und Socken auf dem Fell. Ich schloß mich zunächst nicht an, da ich bemerkte, daß wir kaum Nachschub für den Kamin in der Hütte hatten. “Das Holz wird wohl nicht allzu lange reichen” sagte ich, “ich hole besser mal Nachschub.” Ich verließ also die wohlige Wärme und ging auf die Rückseite der Hütte, wo das Brennholz sauber gestapelt stand. Ich suchte mir ein paar dicke Holzscheite heraus, stapelte sie auf meinem Arm und ging zurück zur Tür. Ich huschte schnell wieder herein um der Kälte zu entfliehen.

Als ich wieder die beiden Freundinnen auf dem Fell sah bot sich mir allerdings auch ein sehr erwärmender Anblick. Sie hatten sich aneinander gekuschelt und streichelten sich zärtlich über ihre Haut, die in dem flackernden Licht des Feuers seidig und verführerisch glänzte. Ich wußte, daß Simone schon Erfahrungen mit Frauen gemacht hatte, aber bisher hatte sie sich ihrem “Laster” noch nie vor meinen Augen hingegeben und die beiden schienen auch garnicht erschrocken oder hielten inne, als ich den Raum wieder betrat. Im Gegenteil. Sie schienen mich überhaupt nicht zur Kenntnis zu nehmen und ließen ihre Hände weiter unbeirrt über ihre Körper wandern.

Ich war gespannt, ob sich aus dieser Situation noch mehr entwickeln würde. Es kribbelte in mir bei der Vorstellung, daß wir vielleicht einen unvergeßlichen Abend zu Dritt erleben würden. Also legte ich das mitgebrachte Holz erstmal neben dem Kamin ab und ließ die Beiden einfach machen. Offensichtlich wollten sie im Moment ihre Nähe allein genießen, und so setzte ich mich nicht zu ihnen aufs Fell, sondern auf die gepolsterte Bank daneben und genoß das Bild, das sich mir bot.

Ulrike lag ausgestreckt auf dem Fell und Simone hatte es sich neben ihr gemütlich gemacht. Mit sinnlich verträumten Blick wanderten ihre Augen über Ulrikes Körper, während sie ihre Hände sachte und zärtlich über die wohlgeformten Rundungen gleiten ließ. Ulrike hatte die Augen geschlossen und genoß die Streicheleinheiten.

Ich überlegte, ob Ulrike wohl die Frau war, mit der meine Verlobte ihre gleichgeschlechtlichen Erfahrungen gemacht hatte. Es schien fast so, denn Simone hatte mir immer wieder erzählt, wie sehr sie die unendliche Zärtlichkeit ihrer Abenteuer genossen hatte. Zugegebenermaßen fühlte ich mich dann immer in meiner männlichen Ehre gekränkt und versuchte, ihr das selbe Maß an Zärtlichkeit zu schenken, aber sie erklärte mir, daß es halt einfach etwas anderes sei, wenn man mit einem Mann zusammen wäre. “Mach dir doch nicht solche Gedanken.”, hatte sie mir dann immer gesagt, “Wenn es mit dir nicht mindestens ebenso schön wäre, dann wäre ich nicht mit dir zusammen! Es ist eben nur etwas anders.”

Ich versuchte, daß zu verstehen und akzeptierte, daß ich ihr die Gefühle, die sie beim Sex mit einer Frau empfand, einfach nicht bieten konnte.

Was sich jetzt aber vor meinen Augen abspielte, zeigte mir deutlich, was ich nie so recht hatte begreifen können. Sie streichelte Ulrikes Körper auf ganz andere Weise, als sie es bei einem Mann getan hätte. Und die Art, wie sie ihre Hände über die zarte Haut gleiten ließ, war so einfühlsam und gleichzeitig so sicher in ihrem Tun, wie es ein Mann nie hinbekommen hätte. Ich war erstaunt. Obwohl ich nicht direkt sagen konnte, was sie anders machte als ich es getan hätte, unterschied es sich doch völlig von den Liebkosungen, die wir uns sonst gegenseitig zu Teil werden ließen.

Simone senkte nun ihren Kopf und fing an, Ulrike sanfte Küsse auf die Haut zu hauchen. Ulrikes Lippen wurden dabei von einem glücklichen und lustvollen Lächeln umspielt. Sie küßte ihren Hals, ihre Schultern und wanderte dann tiefer zu ihrem Bauch. Simones Hände streichelten dabei über den ganzen Körper. Sie ließ sie über den flachen Bauch hoch zu den Brüsten wandern, zeichnete dort mit ihren Fingern die sanften Rundungen nach und glitt wieder tiefer, bis ihre Hände sanft die Innenseiten von Ulrikes Schenkel berührten. Beide genossen sichtlich ihr Treiben und würdigten mich dabei keines Blickes. Ich verstand, hielt mich zurück und wartete auf den Moment, in dem ich eingeladen wurde, mich an ihrem Spiel zu beteiligen. Ich hoffte jedenfalls, daß dieser Moment auch kommen würde, denn das Liebesspiel der beiden Frauen machte mich doch ganz schön an.

Simone kniete sich jetzt über ihre Partnerin, zog sich ihren BH aus und half auch Ulrike, sich ihres Wäschestücks zu entledigen. Sie beugte sich zu ihr hinunter, so daß sich ihre nackten Brüste berührten. Diesen Moment genossen sie wohl besonders, denn Simone hielt genau in dieser Position inne, und aus beiden Mündern war ein leichtes Seufzen zu hören. Simone ließ sich nun ganz gehen und legte ihren Oberkörper auf den ihrer Freundin. Ihre Lippen fanden sich schnell und vereinigten sich in einem zärtlichen aber innigen Kuß. Ulrikes Hände wanderten dabei über Simones Rücken hinunter zu ihren Pobacken, die sie streichelte und leicht massierte. Als sich ihre Lippen voneinander lösten, zeichnete Simone mit ihrer Zunge die schönen Konturen von Ulrikes Gesicht nach, fuhr dann tiefer über ihren Hals und ihren Schultern und wanderte schließlich zu Ulrikes Brüsten. Ulrike lag erwartungsvoll mit geschlossenen Augen da. Sie verschränkte die Arme über dem Kopf und überließ alle Initiative meiner Verlobten. Simone liebkoste die kleinen, zarten Knospen mit ihrer Zunge, was Ulrike mit lustvollen Seufzern und vor Erregung leicht zitternden Lippen quittierte.

Hätte ich mich in dieser Situation mehr konzentrieren können, hätte ich bestimmt versucht, etwas genauer hinzusehen, um mir einiges abzugucken, was ihre “Technik” so sehr von meiner unterschied. Aber es wäre sicherlich auch nicht sehr nützlich gewesen, denn diese Sicherheit, im richtigen Moment genau das zu tun, was die Partnerin sich wohl wünschte, werde ich ohnehin nie erlangen können.

Langsam wanderte Simone mit ihren Liebkosungen tiefer, bis sie mit ihren Küssen am Bündchen von Ulrikes Slip angelangt war. Sie zog ihn nur leicht nach unten und drückte ihre Lippen ganz sachte auf den Ansatz von Ulrikes Schamhaar. Simone hockte sich nun neben ihre Freundin, zog ihr den Slip aus und öffnete etwas ihre Beine. Nun küßte, liebkoste und streichelte sie Ulrikes Schenkel und legte sich schließlich dazwischen. Mit zarten Bewegungen fuhren ihre Finger durch das feine Schamhaar und sie betrachtete sich mit lustvollem Blick die so einladend vor ihr liegende Vagina. Und was sie sah schien ihr zu gefallen.

Ohne weiteres Zögern senkte sie ihren Kopf und ließ das aufregende Spiel ihrer Zunge zwischen Ulrikes Schamlippen beginnen. Zum ersten mal mischte sich zwischen das erregte Seufzen von Ulrike auch ein etwas lauteres Stöhnen. Die gekonnte und geschickte Behandlung von Simone schien ihr offensichtlich gut zu tun.

Ich konnte aus meiner Perspektive nur erahnen, welche Kapriolen ihre Zunge schlug. Aber aus den Bewegungen ihres Kopfes schloß ich, daß sie abwechselnd Ulrikes Kitzler verwöhnte, ihre Zunge zwischen den Schamlippen auf und ab wandern ließ und immer wieder leicht mit ihr in sie eindrang. Dies blieb nicht ohne Wirkung. Der Zustand von Ulrike wandelte sich innerhalb weniger Minuten. Von der entspannten Haltung des Genießens war nicht mehr viel übrig geblieben. Ihr Körper bebte unter ihrer immer stärker werdenden Erregung und sie streckte Simone ihren Unterleib immer fordernder entgegen. Ihr Gesichtsausdruck schien zu zeigen, daß sie sich den erlösenden Höhepunkt herbei sehnte und ihre Hände umschlossen Simones Kopf, um ihn noch fester an ihre Liebeshöhle zu ziehen. Es bedurfte nur noch kurzer Zeit und Ulrikes Körper wand sich unter ihrem Orgasmus, der sie in immer wieder kehrenden Wogen erzittern ließ.

Simone kam zu ihr hoch und legte sich neben Ulrike, die der Welt immer noch vollkommen entrückt schien. Sie bebte noch am ganzen Leib und zuckte bei jeder Berührung von Simones Hand, die sie über den befriedigten Körper wandern ließ.

Dieses Spektakel hatte in mir für mächtigen Aufruhr gesorgt. Ich merkte, wie mein Glied sich prall gegen meine Hose drückte und danach verlangte, befreit zu werden. Aber da die beiden Frauen noch immer nur mit sich selbst beschäftigt waren, hielt ich mich weiter zurück und massierte ihn nur verstohlen durch den dicken Stoff hindurch. Ich war gespannt, was sich als nächstes ereignen würde.

Die beiden Freundinnen lagen sich in den Armen und küßten sich leidenschaftlich. Ulrike fing nun an, sich bei Simone zu revanchieren. Sie verwöhnte Simones Haut mit intensiven Küssen und Streicheleinheiten. Und als sie an ihren Brüsten angelangt war, schloß nun Simone die Augen, um sich der wundervollen Behandlung hinzugeben. Ich genoß das Bild meiner Verlobten, wie sie von ihrer Freundin so liebevoll verwöhnt wurde. Ich genoß ihren lustvollen Blick und ihr erregtes Seufzen, das ich nur zu gut von unseren vielen intimen Stunden her kannte. Nur der Grund für ihre Erregung war an diesem Tag ein anderer und das ließ das prickelnde Gefühl in mir wiederum noch etwas höher steigen.

Unvermittelt stand Simone auf, streifte sich ihren Slip ab und setzte sich in den Sessel, der mir genau gegenüber stand. Dabei behielt sie Ulrike im Blick und schien mich immer noch nicht wahr zu nehmen bzw. wahrnehmen zu wollen. Sie sah Ulrike fest in die Augen, die noch immer überrascht von der plötzlichen Unterbrechung auf dem Fell saß und ihr etwas verunsichert entgegen blickte. Simone glitt mit ihren Händen zwischen ihre Schenkel und öffnete sie weit, so daß sie Ulrike ihre Höhle offen und einladend präsentierte. Ulrike nahm die Einladung an, kam zu ihr herüber und versenkte ihren Kopf zwischen den gespreizten Beinen meiner Verlobten. Bei den ersten Berührungen von Ulrikes Zunge an ihren Schamlippen entrann ihrer Kehle ein wollüstiger Laut. Sie schloß die Augen und legte den Kopf in den Nacken während sie sich ihre Brüste streichelte und ihre Brustwarzen leicht massierte.

Auch Ulrike schaffte es Simone innerhalb kurzer Zeit in einen Zustand höchster Erregung zu versetzen. Ihr Atem wurde immer schwerer und endete schließlich in fortwährendem Stöhnen. “Oh ja, gut!” bestätigte sie Ulrike in ihrem Tun. “Ja, bitte nicht aufhören, mach so weiter. Ohh…” Plötzlich hob sie ihren Kopf und blickte mir unvermittelt in die Augen, während sie von Ulrike immer wilder mit der Zunge verwöhnt wurde. Ihr Blick traf mich wie ein Blitz. Sie genoß das Liebesspiel mit ihrer Freundin und sie genoß es, zu sehen, wie es mich erregte, die beiden Frauen zu beobachten. Der Anblick, der sich mir bot war einfach unbeschreiblich. Meine Verlobte schaute mir weiter tief in die Augen, während sie ihrem Höhepunkt offensichtlich immer näher kam. Nun übermannten auch mich meine Gefühle. Ich entledigte mich schnell meiner dicken Winterkleidung, die ich immer noch trug. Ich zog mir den dicken Wollpulli aus und streifte mir die Schneehose samt der Unterwäsche über die Beine, so daß ich letztlich nackt auf der Bank saß. Meine Hand wanderte runter zu meinem immer noch harten Glied. Ich rieb ihn langsam ohne den Blick von Simone zu wenden.

Es dauerte nun nicht mehr lange und Simone wurde von ihrem Orgasmus übermannt. Erst im letzten Moment schloß sie wieder ihre Augen und gab sich den erlösenden Wellen ihres Körpers hin, während sie Ulrike fest gegen ihren Unterleib drückte.

Das war das mit Abstand erotischste und erregendste, was ich je erlebt hatte und nicht nur das noch immer vor sich hin knisternde Feuer sorgte dafür, daß mir in dem Moment mächtig heiß war. Ich saß da und betrachtete die beiden Frauen, wie sie sich selig in den Armen lagen und sich gegenseitig zärtliche Küsse auf die Wangen drückten. Dabei hielt ich meinen Stab, immer noch ganz fasziniert von dem Geschehenen, in der Hand und massierte ihn leicht.

Simone sah wieder zu mir herüber. Diesmal aber wesentlich entspannter als eben. Sie bemerkte, was die Vorstellung, die sie mir präsentiert hatten, bei mir in Gang gesetzt hatte und lächelte mich zufrieden an. Sie flüsterte Ulrike einige Worte ins Ohr und auch sie sah mich nun an und stellte wohl mit Genugtuung fest, daß das “Spektakel” nicht ohne Folgen an mir vorüber gegangen war. Beide erhoben sich und kamen auf mich zu. Ich wußte nicht, was mich jetzt erwartete, aber ich war mir sicher, daß es ein unvergeßliches Erlebnis werden würde.

Simone kam direkt zu mir, beugte sich zu mir runter und gab mir einen leidenschaftlichen Kuß. Ulrike ging ein paar Schritte weiter hinter die Bank und wühlte etwas aus unseren achtlos beiseite geworfenen Kleidungsstücken heraus. Meine Verlobte nahm mich an den Händen, zog mich hoch und sagte mir, daß ich mich vor die Bank auf den Boden legen sollte. Ich tat dies bereitwillig und Ulrike gab ihr einen Schal. Sie hockte sich über mich und verband mir die Augen, während Ulrike mit einem zweiten Schal meine Hände fesselte und sie dann an den Fuß der Bank knotete.

Fesselspiele waren noch nie Bestandteil unseres Liebeslebens gewesen und sie übten auch keine besondere Faszination auf mich aus. Aber in dieser Situation war das etwas anderes. Die Vorstellung, daß ich von zwei Frauen gleichzeitig verwöhnt würde und dabei nicht wissen würde, welche gerade was machte, versetzte mich in prickelnde Erwartung.

Ich lag nun vollkommen ausgeliefert da und wartete gespannt darauf, welches Spiel nun beginnen würde.

Einen Moment lang geschah garnichts, aber ich glaubte mitzubekommen, wie sie sich innig küßten. Dann spürte ich ihre Hände auf meinem Körper. Vier Hände, die mich streichelten und offensichtlich gewillt waren, keinen Zentimeter meiner Haut außer acht zu lassen. Überall spürte ich ihre zarten Finger, die gekonnt über meine Konturen glitten. Über meinen Brustkorb, meinen Bauch, meine Beine, meine Arme und mein Gesicht. Eine ganze Zeit lang setzten sie dieses Spiel fort und es verfehlte seine erregende Wirkung nicht. Ich spürte wie sich nun zwei geschickte Finger daran machten, meine Brustwarzen zu stimulieren, die darauf direkt reagierten und sofort hart wurden. Es war mir unmöglich, zu sagen, wessen Finger es waren, denn ich hatte vorher beobachten können, daß auch Ulrike sehr gekonnt mit ihren Händen umgehen konnte. Kurz darauf senkten sich zwei Lippen auf meine Brust und fingen an mich zu küssen und meine Brustwarzen zu liebkosen. Das erregte mich sehr und mein Stab streckte sich ihnen fest und aufrecht entgegen. Die zweite Frau (welche immer es auch war) nutzte diese Gelegenheit und fing an, ihn mit ihrem Mund zu verwöhnen. Ich spürte einige Küsse, die sie von oben nach unten auf meinen Schaft drückte. An der Wurzel angekommen leckte sie wieder an ihm empor und schloß ihre Lippen um meine Eichel. Das war ein grandioses Gefühl. Zwei Paar Lippen und zwei Zungen, die mich gleichzeitig verwöhnten! Diese außergewöhnlich Behandlung brachte mein Blut zum Kochen.

Auch der zweite Mund hatte nun seinen Weg zu meinem Glied gefunden. Meine gesamte Lendengegend wurde nun von den beiden Freundinnen liebkost. Eine verwöhnte mich mit Küssen an den erregendsten Stellen, während die andere ihre Lippen fest um meinen Schaft schloß und gekonnt an ihm saugte. Sie waren sich wohl darüber im klaren, daß ich das nicht lange mitmachen konnte, und so unterbrachen sie ihr Treiben. Ich merkte, wie sich eine der Beiden über mich hockte. Eine Hand umschloß meinen harten Penis und führte ihn an die Schamlippen. Er wurde an ihnen entlang bewegt und ich spürte, wie feucht sie waren. Langsam ließ sie sich auf mich nieder und ich drang in voller Länge in sie ein. Das war ein wundervoller Moment und mir entrann genau so wie der Frau, die auf mir saß, ein genußvolles Stöhnen. An dem Laut merkte ich, daß es wohl Ulrike sein mußte.

Ich war überrascht, daß Simone unseren Dreier so weit gehen ließ. Aber ich genoß es unendlich und war ihr mehr als dankbar für ihre sexuelle Toleranz.

Es war ein tolles Gefühl, wie sich Ulrike auf mir bewegte. Durch geschickte Bewegungen ihres Beckens glitt ich fast aus ihr heraus, um im nächsten Moment wieder ganz tief in sie einzudringen. Es kam mir so vor, als ob ich durch meine verbundenen Augen und meine gefesselten Finger alles noch intensiver spürte, was mit mir passierte. Ich wußte nicht, was Simone in diesem Moment machte, aber ich stellte mir vor, wie sie Ulrikes Brüste liebkoste und verwöhnte, während sie auf mir ritt. Dann merkte ich, wie Simone meine Beine leicht auseinander drückte und sich dazwischen legte. Ich spürte, wie sie ihre Zunge an meinen Eiern spielen ließ und sachte an ihnen saugte.

Ich weiß nicht, mit welchen Worten ich dieses Szenario noch beschreiben soll. Es war einfach unglaublich.

Ulrikes Bewegungen wurden nun langsam immer heftiger und als ich merkte, wie Simones Hand um Ulrikes Becken griff um ihren Kitzler zusätzlich zu stimulieren, dauerte es nicht mehr lange und Ulrike hatte einen starken Orgasmus. Ihre Muskeln zogen sich in immer neuen Wellen zusammen und sie sank letztlich zu mir runter und küßte mich zärtlich auf den Mund.

Jetzt wollte aber Simone offensichtlich zu ihrem Recht kommen. Ulrike legte sich an meine Seite und Simone hockte sich nun über mich und führte meinen Stab ohne weitere Umschweife in sich ein. Sie beugte sich zu mir runter und hauchte mir einen zarten Kuß auf die Lippen. “Es hat mich wahnsinnig erregt, dich in einer anderen Frau zu sehen.”, flüsterte sie mir ins Ohr. “Aber deinen Höhepunkt möchte ich ganz für mich allein haben.” Wie gern hätte ich jetzt ihren Oberkörper umschlungen, um ihr zu zeigen, daß ich das genauso wünschte wie sie. Aber der Umstand, daß ich meine Arme nicht bewegen konnte machte die Situation irgendwie noch reizvoller.

“Ich liebe dich.” antwortete ich ihr und sie verschloß meinen Mund mit einem leidenschaftlichen Kuß. Sie schien ihre Lippen garnicht mehr von meinen trennen zu wollen und ihr Becken begann mit den rotierenden Bewegungen, mit denen sie mich schon so oft zu so wunderbaren Orgasmen gebracht hatte. Ich spürte deutlich und intensiv wie ihre Schamlippen meinen Schaft umschlossen und bei jeder Bewegung an ihm entlang glitten. Sie schienen förmlich an ihm zu saugen. Wir küßten uns immer noch und ihre Hände machten sich daran, mich von meinen Fesseln zu befreien. Sie wußte genau, daß sie nicht lange brauchen würde um mich zum Höhepunkt zu bringen. Ich konnte meine Arme gerade noch rechtzeitig bewegen, um Simone fest zu umarmen, als sich meine von diesem langen erotischen Abend angestaute Erregtheit mit einem kräftigen Samenstrahl in ihr entlud. Sie schien diesen Moment genauso zu genießen, wie ich und während ihre Finger durch mein Haar fuhren küßten wir uns noch wilder als wir es die ganze Zeit ohnehin getan hatten, bis mein Höhepunkt vollständig abgeklungen war. Sie löste ihre Lippen von meinen und entfernte nun auch meine Augenbinde. Sie sah mir tief in die Augen.

“Ich liebe dich auch.”


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